Zukunftsbild 2050: So sind eure Anregungen eingeflossen

Wir haben das Zukunftsbild ÖV 2050 erarbeitet. Dafür haben wir euch Anfang 2020 eingeladen, uns eure Meinungen und Inputs für die Zukunft des öffentlichen Verkehrs in der Stadt Zürich zu geben. Nun seid ihr sicher gespannt, wie eure Anregungen in das nun vorliegende Zukunftsbild eingeflossen sind. Die wichtigsten Punkte haben wir für euch in einem FAQ zusammengefasst.

Wie wurden die Anregungen aus der Bevölkerung ausgewertet?
Aus euren Inputs ergab sich ein Grundtenor, in welche Richtung sich das städtische ÖV-Angebot entwickeln soll. Diesen Grundtenor haben wir aktiv aufgenommen. Weiter habt ihr konkrete Einzelaspekte geäussert, die wir ebenfalls überprüft haben. Die Ergebnisse aus diesem Mitwirkungsprozess haben wir in einem internen Bericht ausgewertet und zusammengefasst. Dieser Bericht wurde den Fachteams für die Erarbeitung des Zukunftsbilds ÖV 2050 als wichtige Grundlage zur Verfügung gestellt.

Wie viele Ideen sind aus der Bevölkerung eingegangen?
Insgesamt sind über 600 Voten zusammengekommen.

In welcher der vier Stossrichtungen wurden am meisten Inputs der Bevölkerung berücksichtigt?
Grundsätzlich sind die Inputs in alle vier Stossrichtungen eingeflossen. Das Team mit dem Fokus «Komfort» stellte eure Bedürfnisse speziell stark ins Zentrum, entsprechend konnten hier eure Ideen am stärksten berücksichtigt werden.

Welche Anliegen wurden aufgenommen?

  • Expresslinien in die Innenstadt als Möglichkeit zur Beschleunigung: Im Zukunftsbild werden Strecken formuliert, die dafür in Frage kämen. Die Einführung solcher Expresslinien prüfen wir in einem nächsten Schritt bei der Erarbeitung der Netzentwicklungsstrategie 2040.
  • Flexible Feinerschliessung in den Aussenquartieren: Dieser Aspekt ist im Zukunftsbild als einer von fünf zentralen Bausteinen enthalten. Flexiblere ÖV-Angebote sollen speziell in Gebieten und zu Zeiten angeboten werden, die weniger stark nachgefragt sind, damit ihr auch dort eine gute Verbindung erhaltet.
  • Verbesserte Verknüpfung des ÖV-Netzes mit anderen Verkehrsmitteln: Dieser Punkt ist mit den Mobilitätshubs im Zukunftsbild enthalten. Im Fokus stand bei euren Rückmeldungen insbesondere die Vernetzung von ÖV und Velo. Die Aufwertung der Haltestellen mit einem Ausbau zu Mobilitätshubs beinhaltet obendrein auch Anknüpfungen an neue, ergänzende Mobilitätsangebote (z.B. Verleihsysteme).
  • Verbesserte Anbindung von Nachbarstädten und Nachbargemeinden ans städtische ÖV-Netz: Durch einzelne Verlängerungen ab bestehenden Tramendhaltestellen zu S-Bahn-Haltestellen sowie Stadtgrenzen-übergreifenden ÖV-Linien sollt ihr in Zukunft leichter vom städtischen ÖV-Netz in die Nachbargebiete und zurück gelangen.
  • Ausbau des ÖV auch unter dem Boden: Mit dem ÖV-Ringsystem sind wichtige neue Netzelemente vorgesehen. Auch wenn dadurch kein eigenständiges U-Bahnsystem entsteht, so werden punktuell unterirdische Strecken in Betracht gezogen, wo sich dies durch die topografische Situation aufdrängen und leistungsfähigere, zuverlässige Verbindungen gewonnen werden können.

Oft geäussert wurde der Wunsch nach einer U-Bahn, trotzdem ist eine U-Bahn so nicht im Zukunftsbild enthalten. Warum?
Ein zusätzliches, neues System wie eine U-Bahn macht erst als zusammenhängendes Netz mit mehreren Linienästen Sinn. Für ein zusammenhängendes U-Bahn-Netz ist Zürich jedoch zu klein – es kommt üblicherweise in Städten mit mehr als 500'000 Einwohnern zum Einsatz. Mit der S-Bahn besitzt Zürich bereits ein leistungsfähiges Regionalnetz, welches im städtischen Gebiet mit dichten Takten, unterirdischen Strecken und hohen Geschwindigkeiten teilweise die Funktion einer U-Bahn übernimmt. Insbesondere die weiteren geplanten S-Bahn-Ausbauten verstärken diese Entwicklung langfristig. Mit dem bereits vorhandenen Tramsystem bietet euch Zürich zudem ein sehr attraktives, gut vernetztes Verkehrsmittel, dessen Haltestellen einfach erreichbar sind. Ein Aufbau eines zusätzlichen Systems wäre auch aus betriebs- und volkswirtschaftlichen Gründen nicht zu rechtfertigen.

In einzelnen Fällen kann eine unterirdische Streckenführung jedoch aufgrund der Topografie (Tunnel Hönggerberg) oder unüberwindbarer Hindernisse gerechtfertigt sein. Konkrete Möglichkeiten prüfen wir nun in der nächsten Phase, der Erarbeitung der Netzentwicklungsstrategie 2040.

Ebenfalls genannt wurde der Wunsch nach einer Seilbahn, trotzdem ist eine Seilbahn nicht im Zukunftsbild enthalten. Warum?
Seilbahnen haben hauptsächlich dort Potenzial, wo zwischen zwei Einzelpunkten eine grosse Nachfrage besteht und es möglich ist, diese auch stetig zu bedienen. In einer Seilbahn besteht aber nicht viel Platz, sie bringt somit auf Hauptstrecken keine Vorteile gegenüber Tram und Bussen, hingegen sehr viele Herausforderungen bei ihrer Platzierung. Seilbahnen werden darum keine zentrale Funktion übernehmen können, sondern kommen höchstens als punktuelle Ergänzung in Frage.

Wie sind die Projektteams mit futuristischen Themen umgegangen, wie beispielsweise Drohnen?
Die Projektteams haben überprüft, wo ein potenzieller Wandel stattfinden und wie damit umgegangen werden könnte. Dabei wurden neue Technologien auch immer mit dem Gesamtziel in Relation gesetzt: Kann dadurch die zusätzliche Nachfrage künftig aufgenommen werden? Lassen sich die Verkehrssysteme in die Stadtstruktur integrieren? Entsteht dadurch ein kundenfreundliches, attraktives Angebot, das zu einem wirtschaftlichen ÖV-System führen wird?

Alle Informationen zum Zukunftsbild 2050 findet ihr auf www.vbz.ch/zukunftsbild2050.